Die Krönung eines Orishas
Jeder Mensch hat einen Schutzheiligen. Dieser wird in unserer Religion durch
das Orakel im Einklang mit dem jeweiligen Ori bestimmt.
In einigen der vielen Orakelzeichen kann es je nach gravierender Situation
vorkommen, dass eine sog. kariocha die Rettung ist. Vor allem bei ernsten
gesundheitlichen Problemen, Stabilitätsschwankungen, Sucht, etc. ist es
ratsam die Kariocha Zeremonie durchzuführen. Achten Sie sich aber generell
vor möglichen kommerziellen Intentionen. In diesen Fällen sollte sehr
penibel das Orakel fortfahrend befragt werden, bis Ori dem eindeutig
zustimmt!
Vor der Kariocha sollten spirituelle Investigationen und andere kleinere
Arbeiten durchgeführt werden. Wir denken stets an die Ahnen, als eine der
wichtigen Säulen in unserem Glauben. Zum einen aus Dankbarkeit für deren
Schutz und Mühe und zum anderen, da sie näher zum Himmel stehen.
Die Kariocha ist in unserer Religion die Priesterweihe in der Ocha und
dauert eine Woche. Man wird u.a. neu geboren, nachdem ein sehr
umfangreicher Reinigungsprozess in und um uns durchgeführt wurde. Die vielen
Zeremonien dazu sind geheim und nur geweihte Priester der Ocha und Ifa
dürfen teilnehmen und mitwirken. Aus diesem Grunde auch verzichten wir an
dieser Stelle auf Bildmaterial.
Dieser Schutzheilige wird symbolisch während des transzendentalen Momentes
im Kopf der Person verankert. Ferner erhält man einige andere Orishas wie
z.B. Yemya, Ochun, Chango usw.
Diese grosse Zeremonie beinhaltet Tieropferungen von Federvieh und von
Vierbeinern. Aus diesem Grunde führen wir diese Zeremonien ausschließlich in
Ländern durch, in denen die Tieropferungen aus religiösen Gründen erlaubt
sind. Alle Tieropferungen einer Kariocha werden nur von Babalawos
durchgeführt, die ihr Handwerk verstehen und eine ordentliche Prozedur der
Schächtung durchführen. Einige der Tiere werden anschließend zum Verzehr
gebraten, denn man soll die Gaben mit den Orishas auch teilen.
Diese Opferungen sind an alle Orishas gerichtet.
Zu einem bestimmten Zeitpunkt folgt ein sogenanntes Ita, eine grosse
Orakelbefragung, die von bestimmten Priester der Ocha durchgeführt wird.
Während diesen Itas sprechen alle Orishas zur Person, sein Leben, erteilen
weise Ratschläge, geben Empfehlungen und erteilen auch Gebote, an die man
sich richten sollte. Dieses Ita mit all seinen Zeichen, gilt ebenfalls ein
Leben lang.
Die Haarpracht sollte komplett geschoren werden (Eine Teilschur ist nur
unter bestimmten Voraussetzungen möglich) und man trägt ab nun während des
ersten Jahres ausschliesslich weisse Kleidung (Filter gegen Negativitäten
und Reinheitsbeweis) Man sollte auf dem Boden schlafen und speisen,
bescheiden leben, sich nicht fotografieren lassen, bis man nach 12 Monaten
herangewachsen ist. Alsdann folgt das sog. Ebbo des Jahres, zudem erneut für
alle Orishas erneut geopfert wird. Ab diesem Moment folgen noch einige
kleinere geheime Zeremonien, die das Heranwachsen bestätigen und nach dem
Abschluss ist man Olorisha.
Leider missverstehen viele Personen den Grund der Kariocha und meinen, dass
man dadurch auch materiell gestärkt wird. Wir weisen ausdrücklich darauf
hin, dass die Kariocha nur für Personen einsteht und Wirkung zeigt, wenn das
Orakel die Zeremonie ausdrücklich angewiesen hat. So werden trotzdem viele
Santos gekrönt und die meisten dieser Personen, die meinten, dass sie einen
geschäftlichen Fortschritt oder ähnlich materiell basierende Gründe hätten,
werden durch die Orishas in vielen Fällen erst einmal spirituell geschüttelt
und vor allem auf die Probe gestellt. So kann es zu negativen Auswirkungen
während des ersten Jahres, aber auch später kommen, bis zum Extrem, wo man
zweifelt und sich fragt, ob das all die Mühe und Kosten wert war. Personen
die dem Orakel bis ins Detail folgten, werden mit Stärkung, Genesung und
Glück belohnt.
Während seines ganzen Lebens, verlieren die Zeichen der Hand Orulas und die
des Itas der Kariocha Zeremonie NIEMALS ihre Gültigkeit. Kommt man im Laufe
seines Lebens in bestimmte schwierige Situationen, so sollte man stets die
Orakelinterpretationen zur Hand nehmen und man findet dort immer einen
Ratschlag. Selbstverständlich sind die Paten der Person ebenso
verantwortlich und sind wie symbolische Eltern. Aus diesem Grunde ist die
Wahl der Paten sehr wichtig.
Sollte jemand keine bestimmte Orakelweisung zur Notwendigkeit der Kariocha
Zeremonie erhalten haben und möchte trotzdem geweiht werden, so steht dem im
Grunde nichts im Weg. Die Beweggründe dazu, sollten allerdings mehr
spiritueller Art entsprechen.
Bevor man den Orisha symbolisch krönt sollte selbstverständlich der
Kopforisha ordentlich bestimmt worden sein. (Siehe Hand Orulas) Niemals
sollte man einen Orisha krönen, nur weil jemand sagte, dass (z.B.) Chango
dich ruft....... Ein falsch gekrönter Orishas kann fürchterliche
Auswirkungen in allen Aspekten der Person haben. Bitte konsultieren Sie uns
BEVOR Sie in der Ferne eine solche Zeremonie durchführen. Der EINZIGE Orisha,
der in ALLE Köpfe gehen kann ist Obatala. Obatala kann jeder krönen, da er
der Orisha und Regent des Kopfes ist.
Wie bereits geschrieben, ist man nach dem ersten Jahr ein "volljähriger"
Olorisha und darf als Priester innerhalb seiner erlaubten Aufgaben handeln.
Wird man als olorisha zum Paten von anderen Personen, so ist man Babalorisha
(als Mann) bzw. Iyalorisha (als Frau) Baba=Vater und Iya=Mutter.
Olorishas dürfen ausschliesslich das Diloggun Elegguas befragen. Zum Orakeln
der anderen Orishas muss man erst die zeremonielle Einweisung und Lehre zum
Oba bzw. Oriate erhalten.
Aus den Schriften der Orakelzeichen in der Ocha erlernt man als Olorisha die
Interpretation eines jeden Zeichens und gleichzeitig auch gewisse
Lebensregeln und Weisheiten.
Zum Abschluss erhält man alle ilekes der Orishas und das Ide (die dickere
Handkette) des Orishas, den man gekrönt hat. Dies zum Schutz und zum Zeichen
der Ehre und Anerkennung.
Alle Olorishas, jeder Mensch, lernen von den Älteren. So respektieren wir
alle älteren Menschen und geniessen dadurch deren Respekt und übernehmen
viele Weisheiten und Erfahrungen aus deren Leben.
Die Ocha (der Mond, der Tiger) respektiert Ifa (die Sonne, der Löwe) und Ifa
respektiert die Ocha. Beiden fusionieren in vielen Momenten und sind
keinerlei Konkurrenz, sondern komplementierende Bestandteile unserer schönen
Yoruba Religion. Reinheit, Weisheit und Hilfe der Menschheit sind wichtige
Bestandteile der Ocha und Ifa.

Hier die Orishas schön gekleidet und mit kleineren
Gaben beschenkt. In diesem Foto ist Yemaya der Mittelpunkt
In folgenden Abbildungen sehen Sie einige Orishas, die in ihrem eigenen
Schrank wohnen (La Habana 2008)
Sie können uns selbstverständlich kontaktieren, um weitere Informationen zu
erhalten.
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