Òrúnmìlà
Der schöpfungszeuge

(Stand 07/2011)

IFA

Wie schon zuvor geschrieben, weisen wir hier nochmals ausdrücklich darauf hin, dass an keiner Stelle dieser Internetpräsenz Geheimnisse preisgegeben werden! Alle Informationen, die hier ihren Beitrag zeugen wurden von mehreren Babalawos von teilweise bis über 25 Jahre seit deren Ifa Weihe ausgearbeitet! Das Alter einer Ifa Weihe ist nicht ausschlaggebend, sondern die Qualität des Erlernten, die erreichten Ziele, die Summe der Erfolge den Menschen geholfen zu haben und das bescheidene Auftreten in der Öffentlichkeit eines jedes Babalawo.

Ifa, die höchste Instanz in unserer Yoruba Religion wird auf Erden ausschliesslich von Babalawos ausgeübt.

In Ifa sprechen alle Orishas, wobei federführend Orunmila steht. Er, auch Eleri Ipin genannt ist der Zeuge der Schöpfung aller Wesen auf Erden und somit kennt er den kompletten Verlauf des Lebens eines jeden Menschen.

Den Zugang zu Ifa als Hohepriester (Babalawo=Vater des Geheimnisses) ist nur durch das Orakel in der Hand Orula Zeremonie bzw. durch Weisung des Kopforishas zulässig. Somit kann und darf nicht jeder Babalawo werden.

Folgt man der Weisung und dem Wunsche Babalawo zu werden, so steht einem eine einwöchige Zeremonie bevor. Über Details sind wir Babalawos zur Verschwiegenheit gewiesen. In Ifa ist fast alles geheim, um u.a. Profanierungen vorzugreifen.

Ein Babalawo hat seine Funktionen zur Hilfe der Menschheit während der Zeit seines Aufenthaltes auf Erden  zu folgen und jedem Schicksal zu helfen. Er ist Werkzeug der geheimen Rituale, Interpret des Ifa Orakels und verpflichtet sich zur Studie der Ifa Lehre. Ein Babalawo sollte während seiner Zeit auf Erden weitgehend respektvoll, bescheiden, weise und hilfsbereit  leben. Lesen Sie HIER mehr über die weisen Lebensregeln eines Babalawos, sicherlich werden auch Sie als Nichtgeweihter viele Anregungen finden.

Die Naturmedizin ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil Ifas und Dank Osanyin´s Hilfe können aus der Natur viele Kräfte und Wirkungen angewendet werden.


(Verschiedene "ewes"=Kräuter/Pflanzen f. rituelle Zwecke)

Einer der zentralen Aufgaben eines Babalawos ist die Befragung des Orakels. Jeder Babalawo sollte täglich für sich ein odun (Zeichen) ziehen, um für den Tag gewappnet zu sein.

Der Babalawo orkelt mittels eines Okpeles (die Orakelkette) Eine speziell angefertigte und geweihte Kette bestehend aus 2 x 4 Elementen, die je nachdem wie jedes einzelne Element fällt (auf Ober- oder Unterseite) Dadurch sind 256 verschiedene Orakelzeichen möglich.
Für das grosse Orakeln arbeitet der Babalawo direkt mit Orunmila auf seinem Orakelbrett (opon ifa)
Teil der Werkzeuge sind die Ikines (Palmkerne speziell gefertig, präpariert und geweiht) Mit seinen Händen folgt eine Art d. Krallens der Kerne aus einer Hand bis eine bestimmte Anzahl in der anderen Handfläche übrigbleiben. Alsdann markiert er dem Dualsystem entsprechend ( O und I ) solange, bis das Odun aus 8 Elementen besteht. Diese sehr präzise Orakelart kann u.U. mehrere Stunden andauern, da das Krallen der ikines sehr mühevoll ist und nur in seltenen Moment die richtigen übrigbleiben, um ein Element zu bestätigen.

Ifa umfasst alles, die ganze Welt, spricht in allen Lebenssituationen, spricht durch das Orakel in Fabeln, Sprichwörtern und Geschichten voller Weisheit, aus der jeder Mensch, auch die Babalawos täglich lernen.
Die Ifa Lehre ist so umfangreich, dass ein menschliches Leben von der Zeit her nicht ausreicht, um diese komplett zu erlernen. Das Orakel besteht aus 16 Hauptzeichen (Baba Mellis, den Doppelzeichen) und jedes dieser Doppelzeichen beinhaltet 16 untergeordnete Kombinationen, so dass wir auf 256 mögliche Orakelzeichen kommen. Siehe auch HIER Jedes Orakelzeichen besteht aus diversen bestimmten Gebeten und gesangförmlichen suyeres). Ferner hat jedes der Zeichen mehrere sog. Ese Ifa (Geschichten, auch Patakie genannt) Es sind Geschichten in Form von Fabeln, aus denen wir interpretativ die Hinweise erhalten. Zu all dem folgt natürlich die präzise Frage-Antwort durch das orakel als solches. Das Orakel Ifas ist mit Abstand das vollkommenste Orakel. Die Unesco hat das Orakel Ifas 2005 zum Meisterwerk der Menschheit deklariert.

Orunmila steht während der ersten 7 Jahre nach der Weihung permanent an der Seite eines jeden Babalawos, Olofin während der ersten 12 Monate (einige erfahrene Gläubige bevorzugen aus diesem Grunde die Konsultationen eines relativ frisch geweihten Babalawos)

Während der Folgezeit kann Ifa einem Babalawo empfehlen, weitere Entitäten zur Kräftigung
erhalten.

Nach er einwöchigen Zeremonie folgt zum Abschluss die einzige öffentliche Zeremonie des sog. Iyoje mit anschließendem gemeinsamen Mahl aller anwesenden Babalawos, Akpetebis und auch profaner Personen. Ifa ist somit auch Gemeinschaft nur in den Ritualen in sich verschlossen.

In der Geschichte erzählt uns die Weisheit Ifas, dass zu frühen Zeiten alle Babalawos den Menschen geholfen hatten und es blieb der Dank aus. Sie verbrachten viel Zeit um jedem Menschen zu helfen und vernachlässigten  ihren profanen Beruf und somit auch ihr Einkommen. Olofin sah plötzlich, dass die Babalawos immer ärmer wurden, traurig und voller Nöte waren, da all ihre Hilfleistung mit keinem Dank belohnt wurde. Jeder hatte seine Probleme gelöst und vergaß die Dankbarkeit. So diktierte Olofin, dass jede Arbeit eines Babalawos bezahlt werden muss.


 (Symbolischer Lohn f. jede Arbeit in Ifa)

Gewissenhafte Babalawos stellen keine Tarife auf, sondern befragen das Orakel nach der Höhe der Gebühr für deren Tätigkeiten und erst dann legen Sie den Preis fest. Auf Kuba z.B. sind viele Priester, ob Ocha oder Ifa, hauptberuflich tätig und das ist ihr einziges Einkommen. Orula gibt den Preis vor, denn er ist weise und kennt die Situation eines jeden Konsultanten. So würde er nie einer höhere Gebühr zustimmen, die außerhalb der finanziellen Möglichkeiten liegt. Erfahrungsgemäß liegen Konsultationsgebühren meist zwischen 20 und 100 Euro, je nach Konsultationsart und im Ermessen des jeweiligen Babalawo. 

Frauen ist Ifa ist in der kubanischen Diaspora nicht zugänglich. In der traditionellen Religion in Afrika ist je nach Ortschaft der Zugang mit erheblichen Limitationen in puncto Ausübung und Durchführung bestimmter wichtiger Rituale erlaubt. Diese weiblichen Hohepriester nennt man Iyaonifa.

Generell ist es nicht möglich, einarmige Menschen, Blinde und auch keine Homosexuellen Personen in Ifa zu weihen. Dies hat absolut nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern es ist für viele  Rituale unmöglich für einen einarmigen oder blinden Menschen, sein Amt als Babalawo auszuüben. Alle Babalawos müssen klar definiertem Geschlechtes sein und sollten sich fortpflanzen, (nicht nur um die Yoruba Religion zu verbreiten) da wir es u.a. als Sinn unseres Lebens sehen, Kinder zu zeugen.

Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass ein Babalawo ab dem Moment seiner Weihe sich nur noch exklusiv Ifa widmet und alle anderen Richtungen d. Religion wie Ocha, Abakua, Palo, etc. nicht weiter durchführt. Der Grund ist, dass ein Babalawo sich auf nur Ifa konzentriert um dieses beinahe unendlich umfangreiche Wissen erlernen sollte. Da Ifa ALLES beinhaltet, erübrigt sich alles andere. Ifa summiert und restiert nicht.......

Die Weihe zum Babalawo verpflichtet zu einem sehr aufopfernden Leben voller Studie und Hilfsbereitschaft.


Afrikanisches Orakelbrett


Einige Babalawos während des Inangareo






HIer wird mittels des Orakelbrettes konsultiert. (La Habana 2008)




HOME
www.ifadeutschland.de Awo Ni Orunmila Ifalori (c) 2008